Der Sommer ist vorbei. Draußen Regen und Wind, Drinnen wird abends schon der eine oder andere Kamin entfacht. Wir machen es uns also für das nächste halbe Jahr wieder im Haus gemütlich. Wenn wir so überlegen, welche Materialien besonders wohnlich daherkommen, dann sind das Naturtextilien – und Holz.
Als Werkstoff dürfte der natürliche Verbund von Zellulose und Lignin das älteste Material sein, das die Menschheit als Baumaterial nutzt. Traditionell bestehen Möbel aus Holz, Wände und Böden sowieso. Etwas ungewöhnlicher aber erscheint uns die Nutzung von Holz für Leuchten. Einfach aus dem Grund, dass Holz ein brennbares Material ist und Feuer bzw. offene Flammen dazu besser Abstand halten sollten. Dank elektrischen Lichts aber kommt endlich zusammen, was auch zusammengehört: wohnliches Holz und wärmendes Licht in Form außergewöhnlicher und schöner Holzleuchten.
Wir zeigen euch 10 originelle Holzleuchten, die nicht nur Licht in die dunkle Jahreszeit bringen, sondern die das mit der wohnlichen Wärme und Schönheit von Holz verbinden.
10 außergewöhnliche Holzleuchten
HAY 30 Degrees Hängeleuchte
2016 entwarf der Rotterdamer Designer Johan van Hengel für HAY eine Leuchte, die ihren Namen ihrer eigenen Geometrie verdankt: Bei der 30 Degrees Hängeleuchte von HAY trifft furniertes Eichenholz in einem präzisen 30-Grad-Winkel aufeinander, sodass der Schirm nahtlos wirkt und die Holzmaserung wie ein durchgehendes Muster über die Fläche wandert. Das matt lackierte Furnier lenkt das Licht sanft nach unten und lässt es warm und leicht gedämpft durch den Raum fallen. Unter den Holzleuchten gehört sie zu den unaufgeregtesten: kein Schnickschnack, nur Holz, Winkel und Licht.
Ferm Living Burl
Wurzelholz ist launisch: Kein Maserverlauf gleicht dem anderen, und genau darauf setzt man bei der Tischleuchte Burl von Ferm Living. FSC-zertifiziertes Maserfurnier mit einem Kern aus MDF bildet einen strengen, kubischen Korpus, dessen Oberfläche in dunklen Wirbeln und Strudeln erzählt, was im Baum passiert ist, bevor er zur Leuchte wurde. Das Licht tritt gedämpft und blendfrei aus der Fläche, gerade hell genug für eine Leseecke oder einen Nachttisch. Kein Design, das sich in den Vordergrund drängt, eher eines, das genau hinschauen belohnt.
Vaarnii 018 Hoop Tischleuchte
John Tree, der lange mit Jasper Morrison zusammenarbeitete, hat für Vaarnii mit der Tischleuchte 018 Hoop eine der reduziertesten Holzleuchten entworfen. Ein astfreier Block aus massiver Kiefer trägt einen hauchdünnen Schirm aus Kiefernfurnier, ohne sichtbare Verbindung, einfach eingesteckt. Durch das Furnier scheint das Licht gefiltert und golden hindurch und zeichnet die Maserung nach, fast wie ein Röntgenbild des Holzes. Für Wohnzimmer, Flur oder Nachttisch gedacht, wirkt sie trotz ihrer Klarheit nie kühl. Ganz im Gegenteil: durch den Schirm aus dünn aufgeschnittenem Kiefernholz scheint ein besonders warmes Licht.
Vaarnii 1001 Hans Hängeleuchte
Ursprünglich in den 1960er-Jahren von Hans-Agne Jakobsson entworfen, existierte die Hans Hängeleuchte lange nur in Metall. Vaarnii hat die grafische Rundform nun in finnische Kiefer übersetzt, handgefertigt in Finnland. Das lebendige Holz lässt Licht durch seine eigene Struktur hindurch, ein honigfarbenes Glühen, das je nach Maserung heller oder gedämpfter ausfällt. Für Essplätze und Küchen ist sie fast zu einladend gedacht, an öffentlichen Orten wirkt sie trotzdem nicht deplatziert. Ein Klassiker, dem ein Materialwechsel sichtlich guttut.
Ferm Living Luver Akkuleuchte
Can Lis, das eigene Haus des Architekten Jørn Utzon auf Mallorca, steht Pate für die Akkuleuchte Luver von Ferm Living. Drei kegelförmige, gestapelte Schirme aus massivem Douglasienholz lassen das Licht rundum weich diffundieren, ein gebogener Holzgriff macht das Tragen zum Teil des Designs. Mit drei Helligkeitsstufen und bis zu acht Stunden Laufzeit gehört sie zu den praktischeren Holzleuchten für drinnen und, solange es trocken bleibt, auch für draußen. Kabellos, aber nicht beliebig: Man merkt dem Objekt seine Herkunft an.
Secto Octo
Dünne Lamellen aus formgepresstem Birkenholz, im Abstand zueinander montiert: Das ist das ganze Konstruktionsprinzip, mit dem Seppo Koho für Secto Design seit Jahrzehnten arbeitet, und die Pendelleuchte Octo von Secto Design ist eine der großzügigsten Ausführungen davon. Zwischen den Lamellen entweicht das Licht seitlich und erzeugt einen warmen, fast atmenden Schein, während der Hauptlichtkegel nach unten fällt. In Finnland von Hand gefertigt, wirkt Octo trotz ihrer Größe erstaunlich leicht und findet auch in kleineren Räumen ihren Platz.
Flos Seki-Han Stehleuchte
1963 entwarf Tobia Scarpa die Seki-Han Stehleuchte, 2025 hat Flos sie neu aufgelegt, mit Eschenholz statt der ursprünglichen Materialauswahl (Douglasie). Senkrechte Holzflügel lassen sich drehen und verändern so, wie viel Licht direkt und wie viel indirekt einfällt. Selbst fast geschlossen entweicht noch ein schmales Lichtband. Unter den skulpturalen Holzleuchten ist sie eine der beweglichsten. Ein schwarzer Eisensockel und Chromdetails kontrastieren mit dem warmen Holz. Benannt nach einem japanischen Reisgericht zu Festtagen, verbindet sie Handwerk mit einem kleinen Zeremoniell.
Hartô Luce Pendelleuchte
Eine Glühbirne, die aus einer kleinen Eierbecher-Form aus massiver Eiche herausschaut: Mehr braucht die Pendelleuchte Luce von Hartô nicht, um Charakter zu zeigen. Designer Mickaël Koska hat das Motiv 2017 für das französische Label entwickelt, in drei Größen, die sich einzeln oder als Gruppe hängen lassen. Das Glühlampenlicht bleibt zu großen Teilen sichtbar, nur an der Oberseite gefasst vom warmen Holz. Unter den skandinavisch inspirierten Holzleuchten ist Luce eine der kleinsten, aber auch eine der verspieltesten.
ClassiCon Forma Tischleuchte
Die klassische Schreibtischleuchte mit asymmetrischem Schirm aus den 1940er- und 50er-Jahren war fast immer aus Metall und Glas. Christian Haas hat diesen Archetyp für die Tischleuchte Forma von ClassiCon komplett in Massivholz gefräst, wahlweise Esche oder Nussbaum. Sechs verleimte Holzleisten bilden den leicht geneigten, gewölbten Schirm mit satiniertem Glaseinsatz, hinter dem ein dimmbarer LED-Ring sitzt. Unter den Tisch-Holzleuchten ist Forma eine mit klarer Referenz: blendfreies Licht, ein unauffälliger Dimmschalter im Sockel, und eine kühle Vorlage, die ihre Distanz verliert.
Gubi 1972 Pendelleuchte
Bambus statt Metall: Paavo Tynell entwarf die Grundform der Pendelleuchte 1972 von Gubi bereits in den 1950er-Jahren für die finnische Firma Oy Taito, heute legt Gubi sie neu auf. Handwerker nähen die Bambuslamellen zu einer plissierten Fläche und befestigen sie mit einer Leinenschicht dazwischen am Drahtgestell. Das Licht fällt gedämpft nach unten und durchdringt seitlich die Bambusstruktur, was einen diffusen Schimmer rundum erzeugt. Messingdetails an Fassung und Baldachin erinnern an Tynells Vorliebe für dieses Material. Über dem Esstisch entfaltet die Leuchte ihre volle Wirkung.













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